Pediculosis capitis

Kopflausbefall

Kopflausbefall – was ist das?

Keine Frage: Kopfläuse sind eine Plage. In Kindergärten und Schulen treten sie oft in Form von Kleinepidemien auf. Der Grund: Dort finden die winzigen Krabbeltiere beste Voraussetzungen, um sich rasch auszubreiten. Hinzu kommt, dass Kopfläuse immer noch ein Tabuthema sind und Eltern oft die Leitung der Schule oder des Kindergartens nicht informieren. Mit unangenehmen Folgen – denn Kopfläuse lassen sich nur dann in den Griff bekommen, wenn alle Beteiligten eng zusammenarbeiten und umgehend die richtige Behandlung eingeleitet wird. Fakt ist: Kopflausbefall ist keine Frage der Hygiene. Und er kommt in allen Gesellschaftsschichten vor.

Was sind Kopfläuse?

Die Kopflaus (Pediculus humanus capitis) ist ein flügelloses Insekt, das ausschließlich den Menschen als Wirt nutzt. Kopfläuse, auch Haarläuse genannt, ernähren sich von dem Blut, das sie mit ihrem Stechsaugrüssel aus der Kopfhaut saugen. Alle drei bis vier Stunden benötigen sie „Nachschub“. Bleibt der aus, sterben sie innerhalb von max. 55 Stunden. Bereits nach wenigen Stunden sind sie so schwach, dass sie kaum mehr Schaden anrichten können.

Tipps bei Kopfläusen

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Wirksames Läusemittel anwenden

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Andere Familienmitglieder untersuchen

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Kita oder Schule benachrichtigen

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Zweitbehandlung nicht vergessen

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Kämme, Bürsten & Co. reinigen

Lausei, Larve, Laus – der Lebenszyklus der Kopflaus

Die Kopflaus entwickelt sich in verschiedenen Stadien: Aus dem Lausei schlüpft nach etwa einer Woche eine „Larve“. Die korrekte Bezeichnung der frisch geschlüpften Laus lautet „Nymphe“. Denn anders als bei anderen Insekten gibt es bei Kopfläusen kein echtes Larven- oder Puppenstadium. Das bedeutet, dass die frisch geschlüpfte Laus schon genauso aussieht wie ihre geschlechtsreifen Artgenossen – sie ist nur deutlich kleiner. Bis sich die Nymphe zur ausgewachsenen Kopflaus entwickelt, vergehen nochmals 10 bis 12 Tage.

Kopfläuse Lebenszyklus

Die wichtigsten Fakten:

  • Kopfläuse können sich nur auf dem menschlichen Kopf vermehren.
  • Geschlechtsreife Läuse sind flinke Krabbler. Auch Jungläuse (Nymphen) sind mobil und können sich auf dem Kopf fortbewegen.
  • Lauseier haften fest am Haar. Eier, die weiter als 1 cm von der Kopfhaut entfernt sind, sind fast immer leer, d. h. die Läuse sind schon geschlüpft. Diese sogenannten Nissen sind für sich alleine genommen kein Hinweis auf einen akuten Kopflausbefall und gelten als nicht infektiös.

Woher kommen Kopfläuse?

Kopfläuse gab es immer schon – die kleinen Parasiten haben den Menschen schon immer begleitet und sind perfekt an die Lebensbedingungen auf der menschlichen Kopfhaut angepasst. Sie treten in allen Gesellschaftsschichten auf und haben nichts mit mangelnder Hygiene zu tun.

Wie sehen Kopfläuse aus?

Kopfläuse sind kleine, flügellose Insekten. Sie sind bis zu 3 Millimeter groß und mit bloßem Auge gut erkennbar. Sie haben sechs Beine und sind normalerweise grau. Direkt nach dem Blutsaugen verfärben sie sich leicht rötlich. Achtung: Die Tierchen sind flinke Krabbler – deshalb muss man Haar und Kopfhaut ganz genau kontrollieren, um sie zu entdecken.

Ausgewachsene Kopflaus
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Ausgewachsene Kopflaus

Erwachsene Kopfläuse sind etwa 3 Millimeter lang. Die sechs Beine und die beiden sogenannten Antennen sind auf dem Bild gut erkennbar. Typisch ist die gräulich-bräunliche Farbe. Mit ihren Mundwerkzeugen können sie in die Kopfhaut stechen und Blut saugen. Dabei sondern sie ihren Speichel ab, der gerinnungshemmende Substanzen enthält und Juckreiz auslösen kann.

Läuseei
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Läuseei

Kopfläuse kleben ihre tropfenförmigen Eier ganz in der Nähe der Kopfhaut ans Haar. In dem Ei reift die Laus heran, die nur unter dem Mikroskop erkennbar ist. Nach sieben bis zehn Tagen schlüpfen die etwa einen Millimeter großen Jungläuse (Nymphen). Kopfläuse durchlaufen während ihrer Entwicklung kein echtes Larven- oder Puppenstadium: Wenn sie schlüpfen, sehen sie schon genauso aus wie eine ausgewachsene Laus, nur eben deutlich kleiner.

Kopflaus und Nissen
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Kopflaus und Nissen

Als Nissen werden die leeren, weißlichen Eihüllen bezeichnet, nachdem die Laus geschlüpft ist. Sie haften oft noch Wochen nach erfolgter Behandlung fest am Haar und sind auch durch Waschen oder Ausschütteln nicht wegzubekommen. Aber: Von ihnen geht keine Gefahr aus.


Eindeutige Zeichen für einen Kopflausbefall sind:

  • Mobile Läuse oder Jungläuse (Nymphen) im Haar
  • Lauseier im Haar (in der Regel haften sie weniger als 1 Zentimeter von der Kopfhaut entfernt fest im Haar)

Als Symptome können auftreten:

  • Juckreiz
  • Gerötete Papeln und Quaddeln

Gut zu wissen: Nur bei einem geringen Teil der Betroffenen treten in der Anfangsphase Symptome wie Juckreiz oder Quaddeln auf. Deshalb ist die einzige Methode, um einen Kopflausbefall frühzeitig zu erkennen, das gründliche feuchte Auskämmen des Haars. Schauen Sie dabei auch vor allem hinter den Ohren und im Nacken nach.

Kopfläuse behandeln Was sollte man zu Hause haben?

  • Läusekamm
  • Geeignetes Läusemittel
  • Haarspülung
  • Küchenkrepp oder Taschentücher

Wie werden Kopfläuse übertragen?

Nahezu immer werden Kopfläuse durch Haar-zu-Haar-Kontakt übertragen. Sie krabbeln einfach behände von Kopf zu Kopf. Überall dort, wo die Köpfe eng zusammengesteckt werden, breiten sie sich deshalb sehr schnell aus: In Krippe, Kindergarten oder Schule – und natürlich in der Familie.

Die wichtigsten Fakten:

  • Kopfläuse können nicht springen und nicht fliegen. Bei Haar-zu-Haar-Kontakt klettern sie aber flink und behände von einem Schopf auf den anderen.
  • Über Kämme, Bürsten oder Mützen ist eine Übertragung zwar grundsätzlich möglich (z. B. bei gleichzeitiger Benutzung), aber eher die Ausnahme.
  • Im Fell von Tieren können die Kopfläuse nicht überleben – daher geht von Hund, Katze und Co. keine Gefahr aus.

Fakten Kopflausbefall

  • …ist keine Frage der Hygiene
  • …kommt in allen Gesellschaftsschichten vor
  • ...ist die häufigste Parasitose im Kindesalter
  • …ist nach Erkältungen die zweithäufigste übertragbare Erkrankung
  • …muss behandelt werden

Wieso ist eine Behandlung erforderlich?

Wird ein Kopflausbefall nicht umgehend behandelt, breiten sich die kleinen Plagegeister rasch aus. Dann können sich richtige Kleinepidemien in Schulklassen, Kindergärten oder in der Familie entwickeln, die kaum mehr kontrollierbar sind.

Beim Blutsaugen sondert die Kopflaus ihren Speichel ab, der gerinnungshemmendes Substanzen enthält. Sie lösen beim Menschen eine Immunreaktion aus und es kann zu einem heftigen Juckreiz kommen. Durch ständiges Kratzen kann es zu Verletzungen der Haut kommen, die sich leicht mit Bakterien infizieren können.

Wie lange sind Läuse „ansteckend“?

Eine Übertragung von Kopfläusen kann erfolgen, solange mobile Läuse oder Larven (Nymphen) vorhanden sind. Man geht davon aus, dass nach der Behandlung mit einem geeigneten Läusemittel und nassem Auskämmen die Gefahr gebannt ist. Deshalb dürfen Kinder in der Regel wieder die Kita bzw. die Schule besuchen, wenn die Behandlung mit einem geeigneten Läusemittel erfolgt ist und die Eltern versichern, die erforderliche Nachbehandlung durchzuführen.

Wie wird man Kopfläuse los?

Experten empfehlen heutzutage eine Kombinationsbehandlung, die die Anwendung eines Läusemittels und das nasse Auskämmen der Haare mit einer Pflegespülung und einem geeigneten Kamm umfasst.

Grundsätzlich unterscheidet man bei den Läusemitteln zwischen zwei Arten von Wirkprinzipien:

  • Klassische Läusemittel, die als Arzneimittel erhältlich sind: Sie enthalten ein Nervengift, das das Nervensystem der Laus angreift und sie so abtötet.
  • Läusemittel, die physikalisch wirken (Medizinprodukte): Die ölartigen Substanzen dringen in die Atemwege der Läuse ein und verkleben sie. Die Kopfläuse werden so erstickt.

Gut zu wissen: Behandelt werden müssen alle Personen, bei denen erwachsene Läuse, Jungläuse oder Eier (weniger als 1 cm von der Kopfhaut entfernt) gefunden werden.

Mehr über die Behandlung von Kopfläusen

Tipps gegen Läuse

Keine Panik!
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Keine Panik!

Kopfläuse sind lästig – aber ungefährlich! Dennoch müssen sie schnell bekämpft werden, denn ansonsten werden die kleinen Krabbeltiere schnell zur echten Plage und breiten sich in der Kita, Schule oder der Familie aus. Falls Sie bei Ihrem Kind einen Kopflausbefall feststellen, sollten Sie die Köpfe aller Familienmitglieder kontrollieren. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass Sie in einem weiteren Schopf ebenfalls ungebetene Gäste finden.

Wichtig: Jeder, der ausgewachsene Läuse, Jungläuse („Larven“) oder entwicklungsfähige Eier (weniger als 1 cm von der Kopfhaut entfernt) auf dem Kopf hat, muss behandelt werden.

Rasch mit der Behandlung beginnen
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Rasch mit der Behandlung beginnen

Experten empfehlen heute eine Kombinationsbehandlung, die aus der Anwendung eines geeigneten Läusemittels und dem sorgfältigen „nassen Auskämmen“ (mit Pflegespülung und Läusekamm) besteht. In der Apotheke sind neben Läusekämmen verschiedene Arzneimittel und Medizinprodukte erhältlich, die zur Beseitigung der Läuse zum Einsatz kommen können. Sie enthalten unterschiedliche Wirkstoffe und beruhen auf verschiedenen Wirkweisen. Wichtig: Achten Sie unbedingt darauf, dass Sie das Läusemittel korrekt anwenden. Zu kurze Einwirkzeiten, zu sparsames Aufbringen oder eine ungleichmäßige Verteilung des Läusemittels können zur Folge haben, dass nicht alle Läuse abgetötet werden – und dann war die ganze Mühe umsonst.

Mehr zur Behandlung von Kopfläusen

Kita oder Schule informieren
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Kita oder Schule informieren

Eltern sollten unverzüglich die Leitung von Schule oder Kita informieren, wenn beim Kind ein Kopflausbefall festgestellt wurde. Aus falscher Scham passiert es dennoch immer wieder, dass die zuständigen Stellen nicht benachrichtigt werden. Dann können sich die Läuse ungehindert ausbreiten – und auch das eigene Kind, das zunächst nach der Behandlung wieder lausfrei war – kann sich beim nächsten Kontakt mit Klassen- oder Spielkameraden wieder anstecken. Im Fall der Fälle gilt: Greifen Sie beherzt zum Telefon. Und informieren Sie auch Freunde und Verwandte, mit denen ihr Kind Kontakt hatte.

Wurde Ihr Kind sachgerecht mit einem Läusemittel in Kombination mit nassem Auskämmen behandelt, darf es in der Regel schon am nächsten Tag wieder die Einrichtung besuchen.

Kämme, Bürsten & Co.
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Kämme, Bürsten & Co.

Solange Läusealarm herrscht, sollte jedes Familienmitglied seine einige Bürste verwenden. Kopfläuse überleben zwar nicht lange auf Gegenständen. Eine Übertragung auf diesem Wege ist daher sehr selten, aber grundsätzlich möglich. Insbesondere, wenn z. B. eine Bürste oder ein Kamm kurz nacheinander von verschiedenen Personen benutzt werden. Zur Reinigung legen Sie Kämme und Bürsten am besten in heißer Seifenlösung ein. Bei Bettwäsche, Handtüchern und Kleidung reicht es aus, wenn sie einfach gewechselt und gewaschen werden. Kuscheltiere, Mützen oder Schals wandern am besten für drei Tage in eine verschlossene Plastiktüte – das überleben die Läuse nicht. Wichtig: Bei Kopflausbefall haben eine rasche Behandlung und die Untersuchung der Köpfe aller anderen Familienmitglieder höchste Priorität. Reinigungsmaßnahmen sind zweitrangig. Der Einsatz von Desinfektionsmitteln oder Insektiziden ist nicht erforderlich.

Zweitbehandlung nicht vergessen
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Zweitbehandlung nicht vergessen

Will man die Läuse endgültig loswerden, ist an Tag 8, 9 oder 10 nach der ersten Behandlung eine Wiederholungsbehandlung erforderlich. Der Grund: Bis dahin sind unter Umständen noch junge Läuse nachgeschlüpft. Wer die Nachbehandlung auslässt, riskiert, dass sich die kleinen Plagegeister erneut breitmachen – auch auf anderen Köpfen.

Gut zu wissen: Die leeren Läuseeier, auch Nissen genannt, sind oft noch Wochen nach einem Kopflausbefall in den Haaren zu finden. Sie sind nicht infektiös, aber sehen einfach unschön aus. Da Nissen sehr fest an den Haaren haften, bleibt einem hier meist nur übrig, die weißlichen Eihüllen einzeln mit den Fingernägeln aus den Haaren herauszuziehen.

Belohnung für geduldige Läusekinder bereithalten
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Belohnung für geduldige Läusekinder bereithalten

Keine Frage: Die Entlausungsprozedur erfordert viel Geduld – sowohl von Eltern als auch von den geplagten Läusekindern. Halten Sie deshalb am besten eine kleine Belohnung parat. Die Aussicht auf ein leckeres Eis, eine Vorlesegeschichte oder eine Runde „Ich sehe was, was Du nicht siehst“ können ein guter Ansporn sein, damit die Kleinen besser durchhalten.

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